Kultur mit klarer Richtung – Warum Europa jetzt einen Kulturkompass braucht

Kultur ist Europas Herzschlag. Sie prägt unsere Identität, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und macht uns widerstandsfähig. Doch sie ist weit mehr als Tradition und Kunst: Die Kultur- und Kreativbranche ist eine tragende Säule unserer Wirtschaft. Mit fast neun Millionen Beschäftigten und einem Anteil von rund vier Prozent am Bruttoinlandsprodukt der EU steht sie auf einer Stufe mit der Landwirtschaft – und ist doch in vielen Bereichen massiv unter Druck.

Deshalb arbeitet die Europäische Kommission an einem neuen strategischen Rahmen: dem Europäischen Kulturkompass. Dieses Konzept soll kulturpolitische Instrumente besser verzahnen, Synergien zwischen Kultur, Kreativwirtschaft und anderen Sektoren stärken und der Branche langfristig mehr Stabilität geben.

Am 20. März fiel der Startschuss für die Entwicklung dieses Kulturkompasses. Über 50 Organisationen aus ganz Europa kamen zusammen, um mit der Europäischen Kommission über die Weichenstellungen für die kommenden Jahre zu beraten. Es geht um gezielte Förderung, fairere Arbeitsbedingungen und den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz im Kultursektor. Auch der Schutz der Meinungsfreiheit und der kulturellen Vielfalt steht im Fokus.

Die Botschaft ist klar: Kultur ist kein Randthema – sie ist ein zentraler Faktor für unsere Wettbewerbsfähigkeit, für Demokratie und für ein starkes Europa. Das Europäische Parlament wird diesen Prozess kritisch und konstruktiv begleiten. Denn bis Ende 2025 soll der Kulturkompass als gemeinsame Erklärung von Kommission, Parlament und Rat stehen – als Leitlinie für eine Kulturpolitik, die ihrem Wert für unsere Gesellschaft endlich gerecht wird.

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