Künstliche Intelligenz trifft Neurowissenschaft: Europas Weg zu neuen Therapien

Wie entschlüsseln wir die Geheimnisse des Gehirns – und was bedeutet das für die Medizin von morgen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Cracking the Code of the Brain: How Research Breakthroughs will shape Medicine and Technology Tomorrow“, bei der ich die große Freude hatte, ein Grußwort zu halten. Dort wurde eindrucksvoll sichtbar, wie eng Neurowissenschaft, Technologie und Innovation zusammenspielen.

Ein besonderes Highlight der Ausstellung: die faszinierende Visualisierung der Faserarchitektur des menschlichen Gehirns – aufgenommen mit polarisiertem Licht. Sie macht sichtbar, wie präzise Vernetzung, Informationsfluss und Struktur zusammenspielen. Ein Bild, das einen staunen lässt wie einst als Kind vor einer Folge von „Wissen macht A“.

Europa nimmt weltweit eine Vorreiterrolle in der digitalen Neurowissenschaft ein. Die Arbeit von EBRAINS, der führenden Forschungsinfrastruktur für Hirnforschung, zeigt, wie Big Data, Künstliche Intelligenz und hochmoderne Analyseverfahren genutzt werden, um neurologische Erkrankungen besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

Dabei drängt die Zeit. Die Zahl der Demenz- und Schlaganfallerkrankungen steigt rasant. Ohne neue Behandlungsmethoden könnten bis 2050 weltweit 139 Millionen Menschen von Demenz betroffen sein – mit enormen Folgen für Betroffene, Angehörige und unsere Gesundheitssysteme. Diese Prognose ist ein Weckruf: Wir müssen jetzt handeln.

Deshalb braucht Europa weiterhin gezielte Investitionen in Spitzenforschung. Künstliche Intelligenz kann uns helfen, riesige Datenmengen zu analysieren und neue Therapieansätze zu erschließen. Doch Innovation muss immer im Dienst des Menschen stehen. Wissenschaftliche Exzellenz, internationale Kooperation und der Schutz sensibler Gesundheitsdaten sind die Säulen, auf denen Europas Innovationskraft ruht. Lassen wir uns diese Führungsrolle nicht nehmen.

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