Europäische Zusammenarbeit gegen Krebs

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mit einer Krebsdiagnose gerät das Leben ins Wanken. Auf Untersuchungen folgen Entscheidungen, auf Entscheidungen oft lange Phasen des Wartens – begleitet von Angst und Unsicherheit. Diese Erfahrung ist nicht regional begrenzt. Sie betrifft Millionen Menschen in Europa.

 

Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf, was sich in den vergangenen Jahren konkret verändert hat. Vor fünf Jahren hat die Europäische Union einen gemeinsamen Plan zur Krebsbekämpfung auf den Weg gebracht. Nicht, um nationale Gesundheitssysteme zu ersetzen, sondern um dort anzusetzen, wo Zusammenarbeit einen spürbaren Unterschied machen kann.

Ein zentraler Hebel ist die Vorsorge. Ein erheblicher Teil aller Krebserkrankungen gilt als vermeidbar oder zumindest früher erkennbar, wenn Risiken rechtzeitig adressiert und bestehende Angebote genutzt werden. Europa unterstützt die Mitgliedstaaten dabei, mehr Menschen für organisierte Screenings zu erreichen – etwa bei Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs. In einigen Ländern sind die Teilnahmequoten bereits hoch, andere ziehen nach. Entscheidend ist, dass diese Angebote verlässlich verfügbar sind und Menschen tatsächlich erreichen.

Auch in der Forschung hat sich strukturell viel verändert. Europäische Netzwerke verknüpfen Krebszentren, bündeln Daten und Fachwissen und sorgen dafür, dass neue Erkenntnisse schneller in die Behandlung gelangen. Ergänzt wird das durch umfangreiche Investitionen der Europäischen Union in Forschung und Innovation – mit dem Ziel, Diagnostik und Therapien weiterzuentwickeln und personalisierte Ansätze voranzubringen.

Der Handlungsdruck bleibt groß. Jedes Jahr werden in der Europäischen Union Millionen neuer Krebsdiagnosen gestellt. Durch den demografischen Wandel wird diese Zahl nicht sinken. Umso wichtiger ist es, Unterschiede bei Prävention, Früherkennung und Behandlung schrittweise zu verringern – unabhängig von Wohnort oder sozialem Hintergrund.

Gesundheitspolitik bleibt Aufgabe der Mitgliedstaaten. Europa ersetzt keine Ärztinnen und Ärzte vor Ort – aber gemeinsames Handeln kann dazu beitragen, dass Vorsorge greift, Forschung schneller vorankommt und Menschen früher bessere Chancen erhalten.

Ihre Europaabgeordnete Sabine Verheyen

Die Kolumne wurde im Wochenspiegel Schleiden veröffentlicht und ist hier abrufbar.

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