Bezahlbarer Wohnraum darf keine Utopie sein
Eine bezahlbare Wohnung zu finden, gleicht für Viele einem Spießrutenlauf. In Städten wie München, Hamburg oder Köln steigen die Mieten rasant. Besonders junge Menschen, Familien und Alleinerziehende geraten dadurch in Bedrängnis. Doch auch auf dem Land ist die Lage angespannt: Fehlende Investitionen zwingen viele, in überteuerte Städte zu ziehen. Das ist Irrsinn – und muss sich dringend ändern.
Die EVP-Fraktion im Europäischen Parlament hat dazu ein neues Positionspapier verabschiedet. Die Botschaft ist klar: Europa muss bezahlbares Wohnen unterstützen, nicht erschweren. Wohnungsbau ist nationale Kompetenz – und darf nicht durch übermäßige Regulierung aus Brüssel blockiert werden. In Deutschland, wo die Wohnungsbaupolitik föderal geregelt ist, ziehen sich Genehmigungsverfahren oft über Jahre. Diese Bürokratie kostet Zeit und treibt die Preise weiter in die Höhe.
Deshalb setzt sich die EVP-Fraktion für schnellere Genehmigungen, weniger bürokratische Hürden und mehr Flexibilität in der Umweltgesetzgebung ein – ohne Abstriche bei der Nachhaltigkeit. Der Wohnungsmarkt kann nur funktionieren, wenn Angebot und Nachfrage in ein gesundes Gleichgewicht kommen. Dafür braucht es Investitionen und Planungssicherheit, statt immer neuer Vorschriften. Besonders Haushalte mit mittlerem Einkommen dürfen nicht durchs Raster fallen: Sie verdienen zu viel für Sozialwohnungen, aber zu wenig für den freien Markt. Genau hier setzt die EVP mit gezielten Fördermaßnahmen an.
Auch der ländliche Raum darf nicht vergessen werden. In vielen Regionen Deutschlands droht die Abwanderung, weil es an Wohnraum, Infrastruktur und Anbindung fehlt. Die EVP fordert daher gezielte Investitionen: bessere Verkehrsverbindungen, Anreize für den Wohnungsbau und eine stärkere Vernetzung mit städtischen Zentren. Während in Ballungsräumen die Mieten explodieren, stehen in vielen Dörfern Häuser leer. Das muss sich ändern. Kommunen brauchen mehr Spielraum, um ungenutzte Gebäude umzuwidmen und innovative Wohnformen zu fördern. Gleichzeitig darf die EU den Bau nicht mit weiteren Vorgaben verteuern. Gerade in Deutschland, wo sich Bauvorschriften zwischen den Bundesländern stark unterscheiden, ist übermäßiger Regulierungsdruck aus Brüssel kontraproduktiv.
Die gescheiterte Politik der Linken, die allein auf Mietpreisdeckel und Vorschriften setzt, hat nicht zu mehr Wohnungen geführt – sondern Investitionen ausgebremst und Rechtsunsicherheit geschaffen. Die EVP setzt auf Anreize statt Verbote, pragmatische Lösungen statt Ideologie. Bezahlbarer Wohnraum ist eines der drängendsten sozialen Themen unserer Zeit. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, dass Europa Teil der Lösung ist – nicht Teil des Problems.