Acht Städte, fünf Länder, ein Weg - die „Via Democratia Europa“

Straßburg, Saarbrücken, Luxemburg, Trier, Brüssel, Eupen, Maastricht, Aachen – Städte, die dicht beieinanderliegen und doch sehr unterschiedliche Erfahrungen von Europa in sich tragen. Wer ihnen folgt, bewegt sich durch politische Umbrüche, durch Zeiten der Annäherung und des Neubeginns. Die Ausstellung zur Via Democratia Europa im Europäischen Parlament in Straßburg greift diesen Weg auf und macht ihn anhand konkreter Orte sichtbar.

Die Via Democratia Europa ist eine europäische Kulturroute, die seit 2019 Städte in fünf Gründungsstaaten der Europäischen Union miteinander verbindet: Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Entlang einer Strecke von rund 850 Kilometern rückt sie Orte in den Blick, an denen demokratische Entwicklung in Europa besonders nachvollziehbar geworden ist.

Im Oktober 2025 wurde am Centre Charlemagne am Katschhof die Plakette der Via Democratia Europa angebracht. Aachen ist damit eine offizielle Station dieser Route. Eine Stadt im Dreiländereck von Deutschland, Belgien und den Niederlanden, in der grenzüberschreitender Austausch seit Langem zum Alltag gehört – im Arbeitsleben, in der Ausbildung, in der Forschung. Europäische Zusammenarbeit ist hier kein abstrakter Begriff, sondern Teil der täglichen Erfahrung vieler Menschen. Die Euregio-Maas-Region ist gelebtes Europa.

Diese Erfahrung verbindet Aachen mit anderen Stationen der Route. Maastricht steht für einen prägenden Moment der europäischen Einigung, Trier für eine lange politische Geschichte, Luxemburg für das Austarieren von nationaler Verantwortung und europäischer Zusammenarbeit. Saarbrücken und Straßburg zeigen, wie sich frühere Trennlinien zu Übergängen entwickelt haben. Jede dieser Städte bringt ihre eigene Perspektive ein.

Im Rahmen der Ausstellung hatte ich Gelegenheit, den Besucherinnen und Besuchern Aachen noch einmal vorzustellen. Europäische Geschichte und kommunale Demokratie sind hier seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden. Das Rathaus, errichtet auf den Fundamenten der Pfalz Karls des Großen, steht bis heute im Zentrum der Stadt – als historischer Bezugspunkt und als Ort kommunaler Entscheidungen. Viele europäische Impulse gehen von Aachen aus, ob mit dem Karlspreis oder dem Vertrag von Aachen, der die deutsch-französischen Beziehungen stärkt.

Die Via Democratia Europa folgt keiner linearen Erzählung. Sie stellt unterschiedliche Städte und Erfahrungen nebeneinander und lässt sie für sich sprechen. Europa wird hier entlang konkreter Orte sichtbar – als gemeinsamer Weg, offen für weitere Stationen.

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